Krankheiten und Therapien

 

Unsere Intensivtherapie steht im Dienste des Patienten. Sie wird mit hohem personellem Aufwand gleichermaßen kompetent und engagiert von Pflegemitarbeitern und ärztlichen Mitarbeitern in enger Kooperation geleistet. Dies geschieht in moderner und funktioneller räumlicher Umgebung unter Nutzung modernster Computer- und Gerätetechnik.

 

Informieren Sie sich hier über wichtige und häufige Krankheitsbilder, die wir in der Intensivmedizin behandeln:

 

Sepsis

Die Sepsis geht immer von einer zunächst lokal begrenzten Infektion durch Bakterien, Pilze oder sonstige Erreger aus. Jede Infektion kann grundsätzlich in eine Sepsis ausarten. Wenn es dem Körper nicht gelingt, diese Infektion auf den Ursprungsort zu begrenzen (etwa bei der Lungenentzündung auf die Lunge oder bei einer Mandelentzündung auf die Mandeln) lösen die Toxine (Gifte) der Krankheitserreger eine unkontrollierte Entzündung in allen Organen des Körpers aus, die zum Versagen der betroffenen Organe führen können.

In dieser Situation besteht ohne sofortige intensivmedizinische Behandlung keine Überlebenschance. Ca. 25-40 Prozent dieser Patienten verstirbt trotz einer Antibiotikatherapie und Intensivbehandlung, häufig, weil die Sepsis zu spät erkannt wurde. Eine Sepsis tritt bei 2 von 100 Krankenhauspatienten auf.

Es ist wichtig eine Sepsis frühzeitig zu erkennen. Die frühe Sepsisdiagnose ist eine schwierige Diagnose. Mit neuen Methoden der Diagnostik im Blut von Patienten mit Infektionen kann die Sepsis früher erkannt werden, als dieses nach klinischen Kriterien häufig möglich ist. Eine Sepsis lässt sich in vielen Fällen durch eine frühzeitige Antibiotikatherapie, oder wenn möglich, durch die Entfernung des infektiösen Herdes (etwa bei einer infizierten Gallenblase durch Gallenblasenentfernung) verhindern. Trotz dieser Maßnahmen kann eine Sepsis auch heute noch nicht zuverlässig vermieden werden.

Die Behandlung der Sepsis geschieht durch moderne intensivmedizinische Verfahren:

- künstliche Beatmung
- Nierenersatzverfahren
- differenzierte Schockbehandlung
- künstliche Ernährung + Insulintherapie
- Ersatz von körpereigenen Blutzellen und -stoffen
 

 

Atemnotsyndrom

Das Atemnotsyndrom des Erwachsenen (ARDS) ist eine schwere Störung des Lungengasaustausches auf dem Boden unterschiedlicher Schädigungs- mechanismen. Ursachen sind direkte Einwirkungen auf die Lunge wie Rauchgasinhalation, Verschlucken, Ertrinken, Lungenverletzungen oder indirekte Schädigungsmechanismen wie Sepsis, Trauma, Verbrennung, Vergiftung oder Unverträglichkeit von Blutprodukten.

Die intensivmedizinische Behandlung besteht durch:

- künstliche Beatmung
- Inhalation und Sekretförderung
- begleitende Antibiotikatherapie
- Kreislaufbehandlung
- Regulation des Flüssigkeitshaushalts
- physikalische- und Lagerungsmaßnahmen 

 

 

Lungenembolie

Eine Lungenembolie ist ein plötzlicher oder langsamer Verschluss eines Lungengefäßes, das sauerstoffarmes Blut zur Lunge führt, durch ein Blutgerinnsel (Thrombus). Diese Gerinnsel bilden sich zu 90 Prozent in der unteren Körperhälfte, in den großen Venen des Beckens oder der Beine. Wenn sich das Blutgerinnsel dort ablöst, gelangt es mit dem Blutstrom durch die unteren Hohlvenen und das rechte Herz zur Lunge und kann dort Lungengefäße verschließen.

Behandlung der akuten Lungenembolie durch:

- Bettruhe
- Schmerzbekämpfung
- Sauerstoffgabe

Der Arzt leitet unmittelbar eine blutverdünnende Behandlung mit dem Medikament Heparin ein, damit das Gerinnsel nicht weiterwächst und sich keine weiteren Gerinnsel bilden können. Mit einer Lyse-Therapie wird das Blutgerinnsel aufgelöst. Vorbeugung eines weiteren Blutgerinnsels in der Lunge: Die Blutverdünnung wird solange fortgesetzt, wie Risikofaktoren für eine Lungenembolie bestehen, eventuell lebenslang. Nach einer Operation sollten Sie das Bett bald verlassen. Das Tragen von Stützstrümpfen ist sehr wichtig. 

Behandlung nach großen Operationen

Die postoperative Behandlung nach großen Operationen beinhaltet die Stabilisierung vitaler Herz-Kreislauf- und Atemfunktionen, eine ausreichende Schmerztherapie, die Überwachung der Wundverhältnisse und die Regulation des Wasser- und Elektrolythaushalts sowie die Unterstützung der Stoffwechselprozesse bis hin zur Wiederaufnahme der Ernährung.

 

 

Herzinfarkt

Das Herz ist von Blutgefäßen, den Herzkranzgefäßen (Koronararterien), umgeben. Sie versorgen das Herz mit Blut und Sauerstoff. Wird eines dieser Gefäße durch ein Blutgerinnsel verstopft, kann das Blut nicht mehr zirkulieren. Die Sauerstoffzufuhr ist somit unterbrochen, und das Gewebe geht zu Grunde.

Bei einem Herzinfarkt entwickeln sich starke Brustschmerzen, meist direkt hinter dem Brustbein oder in die linke Brusthälfte und den linken Arm ausstrahlend. Wird das Blutgerinnsel nicht umgehend behandelt, stirbt dieser Teil des Herzmuskels ab.

Ist ein Infarkt durch die oben genannten Untersuchungen nachgewiesen und bestehen keine Gegenanzeigen, kann das Gerinnsel durch Medikamente wie zum Beispiel dem Plasminogenaktivator r-tPA aufgelöst werden (Thrombolyse). Das Mittel wird intravenös verabreicht. Zusätzlich erhält der Patient blutverdünnende Medikamente wie Heparin und Acetylsalicylsäure.

 Alternativ kann ein Herzkatheter gelegt werden. Das verstopfte Gefäß wird mit Hilfe eines Ballons geweitet (akute PTCA). Die Wahrscheinlichkeit einer Wiedereröffnung (Rekanalisation) des Herzkranzgefäßes ist innerhalb der ersten Stunde nach Auftreten des Infarktes am größten. Zögern Sie bei den oben angeführten Symptomen nicht, den Notarzt anzurufen. Selbst Minuten können entscheidend sein.

 

 

Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall werden die Funktionen des Gehirns gestört. Ausgelöst wird der Schlaganfall durch eine räumlich begrenzte Schädigung des Gehirngewebes. Dies kann entweder ein Hirninfarkt oder eine Hirnblutung sein.

Innerhalb der ersten vier Stunden nach dem Hirninfarkt kann man das Blutgerinnsel in einigen Fällen mit Medikamenten auflösen. Ansonsten erhalten die Patienten durchblutungsfördernde, gerinnungshemmende und blutverdünnende Medikamente. Menschen, die unter einer Hirnblutung leiden, werden immer stationär behandelt.

Bei kleineren Blutungen verordnet der Arzt Ruhe. Bei größeren Blutungen bildet sich in unmittelbarer Nähe der Blutung eine Hirnschwellung (Ödem) aus. In diesem Fall werden zum Teil entwässernde Infusionen eingesetzt. Bei starker Druckerhöhung im Inneren des Schädels ist in manchen Fällen ein operatives Vorgehen notwendig

Kontakt

Sekretariat

Alexandra Fuchs
Tel.: (0331) 9682-1000
Fax: (0331) 9682-1009

E-Mail an Dr. Nobert Vogt