Gastroösophageale Refluxkrankheit

 

Die gastroösophageale Refluxkrankheit wird allgemein kurz als Refluxkrankheit bezeichnet und in der medizinischen Literatur mit GERD (gastroesophageal reflux disease) abgekürzt. Sie bezeichnet das krankhafte Zurückfliessen von saurem Magensaft in die Speiseröhre, so dass es entweder zu typischen Beschwerden und/oder einer Speiseröhrenentzündung kommt.

 

Beweisend sind entweder das typische Beschwerdebild zusammen mit einer Speiseröhrenentzündung, die mit einer Magenspiegelung gesucht werden muss oder eine abnormale Säuremessung in der Speiseröhre, die mit speziellen über die Nase eingelegten Sonden erfolgt.

Als typische Beschwerden treten bei zwei Drittel der Patienten mit Refluxkrankheit saures Aufstossen und Magenbrennen bzw. Sodbrennen im Oberbauch und hinter dem Brustbein auf. Ein Drittel leidet an Nahrungsmittelunverträglichkeit, wobei vor allem Fett, Früchte, Schokolade, Kaffee und Alkohol Probleme machen. Daneben existieren allgemeine Oberbauchbeschwerden wie dumpfe Schmerzen, Völlegefühl, Blähungen und Übelkeit.

Seltener werden durch den aufstossenden Magensaft die Lungen und der Rachen gereizt. Dann kommt es zu den sogenannten atypischen Beschwerden wie chronischem Husten, Asthma, Lungenentzündungen, Heiserkeit, Fremdkörpergefühl im Hals oder Zahnschäden.

Bei Schmerzen hinter dem Brustbein muss alternativ auch eine Herzerkrankung in Erwägung gezogen werden.

Die Beschwerden treten klassischerweise nach dem Essen oder nachts im Liegen auf.

Treten im Zusammenhang mit obengenannten Beschwerden schmerzhafte Schluckstörungen, Gewichtsabnahme und Blutarmut auf, ist eine fortgeschrittene Erkrankung, möglicherweise gar ein bösartiger Tumor der Speiseröhre denkbar. Diese Beschwerden werden daher auch als Alarmsymptome bezeichnet.

 

Zur Behandlung:

Heutzutage stehen ganz ausgereifte Medikamente zur Verfügung, um die Säureproduktion des Magens zu hemmen, wodurch sowohl die Entzündung der Speiseröhre als auch ein Geschwür der Magenwand ausheilt. Wird ein bestimmtes Bakterium nachgewiesen, das an der Entstehung von Magengeschwüren beteiligt ist ("Helicobacter pylori"), wird dieses ausgerottet ("eradiziert"). "Hausmittel" sind demgegenüber zumeist unwirksam, und, sofern sie zur Beschwerdelinderung ohne Ausheilung führen, mittelfristig eher gefährlich.

 

pH-Metrie

Die Säuremessung in der Speiseröhre wird in der Fachsprache Ösophagus-pH-Metrie genannt. Sie ist das sicherste Verfahren zur Bestätigung der Refluxkrankheit und kommt zur Anwendung, wenn die durchgeführte Magenspiegelung keine Speiseröhrenentzündung gezeigt hat, wenn bei gesicherter Refluxkrankheit ein ungenügendes Ansprechen auf eine medikamentöse Behandlung vorliegt oder wenn eine operative Behandlung vorgesehen ist.

Das Vorliegen krankhaft erhöhter Säurewerte in der Speiseröhre bestätigt eine Refluxkrankheit. Aber auch bei normalen Säurewerten kann durch ein typisches zeitliches Zusammenfallen von Säurerückfluss und Beschwerden die Diagnose im Rahmen eines sogenannten sensiblen Ösophagus gestellt werden.

 

pH-Metrieaufzeichnung

Die Durchführung erfolgt durch Einlage einer 3 mm dicken Sonde über die Nase in die Speiseröhre bis ca. 5 cm oberhalb des Überganges zum Magen, was der Einlage einer gewöhnlichen Magensonde gleicht. Durch Messung der elektrischen Aktivität an der Sondenspitze kann die Säurestärke bzw. der sogenannte pH errechnet werden.

 

pH-Metriesonde

Absolute Voraussetzung für die Durchführung einer pH-Metrie ist der Verzicht auf die Einnahme von Säurehemmern (z. B. Agopton®, Antra®, Pantozol®, Pariet®, Nexium®) während der Woche vor der Untersuchung, da durch diese Medikamente die Säureproduktion im Magen blockiert wird und sich somit kaum mehr Säure messen lässt. Bei Refluxbeschwerden nach Absetzen von Säurehemmern darf bis 2 Tage vor der Untersuchung Zantic® und Ähnliches eingenommen werden, da diese Medikamente die Säureproduktion anders und weniger lange hemmen.

Die Sondeneinlage wird wegen eines gewissen Würgreizes beim nüchternen Patienten durchgeführt. Die Entfernung erfolgt 24 Stunden später. In der Zwischenzeit werden die gemessenen Daten auf einem mitgetragenen Gerät fortwährend gespeichert. Zusätzlich können vom Untersuchten Angaben über Beschwerden und Ähnliches eingegeben werden, so dass bei der Auswertung ein zeitliches Zusammenfallen von Säurerückfluss und Beschwerden entdeckt wird.