Herzinsuffizienz

 

Von einer Herzschwäche spricht man, wenn der Herzmuskel nicht mehr in der Lage ist, das Gewebe ausreichend mit Blut zu versorgen. Die Herzschwäche entwickelt sich schleichend. Anfangs spüren Sie nur, dass Ihre körperliche Leistungsfähigkeit nachläßt. Lange Spaziergänge schaffen Sie nicht mehr, Treppensteigen verursacht Ihnen Atembeschwerden, und die Beine werden immer müder.

 

Wenn Sie jetzt nichts unternehmen, werden die Beschwerden bei immer leichterer Belastung auftreten, bis Sie sie auch bei der leichtesten körperlichen Aktivität spüren. Wird die Herzschwäche nicht behandelt, schreitet die Krankheit immer weiter fort. Der Körper versucht, die Herzschwäche zu überwinden. Er produziert Stoffe, die das Herz kurzfristig aufpeitschen, aber langfristig schwächen.

Die Hauptursachen der Herzschwäche sind der Bluthochdruck und die Erkrankungen der Herzkranzgefäße (zusammen ca. 80 % der Fälle). Die restlichen 20 Prozent sind auf Herzklappenfehler, Erkrankungen des Herzmuskels und des Herzbeutels, Stoffwechselerkrankungen und schwerwiegende Herzrhythmusstörungen zurückzuführen. 

Wenn das Herz insuffizient wird, versucht das Herz erst mit einem Trick, die verlorene Muskelkraft auszugleichen. Die Herzkammern dehnen sich, um mehr Blut aufzunehmen und so mehr Blut befördern zu können. Leider bringt das nur einen kurzfristigen Ausgleich. Denn die Dehnung der Herzkammern führt oft zum Absterben von Herzmuskelzellen und zu einer weiteren Herzvergrößerung. Dabei wird auch die Herzwand immer dünner, die Kraft des Herzmuskels nimmt weiter ab. Es entwickelt sich ein Teufelskreis. Jeder Ausgleichsversuch führt zur weiteren Verschlechterung der Herzfunktion.

 

Zur Behandlung:

Ein Hauptziel der Therapie der Herzschwäche ist es, diesen Teufelskreis zu unterbrechen.  Vorrangiges Ziel der Therapie der Herzschwäche ist es, das Fortschreiten der Funktionsstörung des Herzens umzukehren oder mindestens zu stoppen. Dafür müssen zunächst die zugrundeliegenden Krankheiten mit den geeigneten Mitteln behandelt werden. Wie schon erwähnt, sind die Hauptursachen der Herzschwäche der Bluthochdruck und die Erkrankung der Herzkranzgefäße. Eine wirksame Behandlung dieser Krankheiten steht an erster Stelle.

Die Behandlung der Herzschwäche mit Medikamenten zielt im wesentlichen in eine Richtung: das Herz zu entlasten, damit es trotz Schwäche seine Funktion bewältigen kann. Je nach Schweregrad der Herzschwäche werden verschiedene Mittel allein oder öfter in Kombination miteinander eingesetzt. Die Therapie der Herzschwäche mit Medikamenten ist somit eine Stufentherapie.  Unterstützt wird die medikamentöse Therapie durch eine Beschränkung der Trinkmenge (meist 1,5 Liter/Tag), durch kochsalzarme Ernährung und durch tägliche Gewichtskontrollen.