Implantierbarer Defibrillator

 

Ein implantierbarer Defibrillator (ICD) ist ein Gerät zur automatischen Behandlung von Herzrhythmusstörungen und daher erforderlich bei hohem Risiko für lebensbedrohliche Rhythmusstörungen aus der Herzkammer.

 

Zu diesen Rhythmusstörungen gehören in erster Linie Herzrasen aus der Hauptkammer des Herzens (Kammertachykardie) und Kammerflimmern; letzteres entspricht einem Herzstillstand. Nach heutigem Kenntnisstand ist die Therapie von Herzrasen oder Kammerflimmern bei vielen Patienten nur durch einen Defibrillator mit ausreichender Sicherheit möglich.


Zur Behandlung:

Das Defibrillatorsystem besteht aus dem Impulsgenerator und einer oder auch mehreren Sonden. Der Defibrillator überwacht kontinuierlich den Herzrhythmus, im Falle von behandlungsbedürftigem Herzrasen gibt der Defibrillator kurze elektrische Impulse ab, die vom Patienten nicht bemerkt werden. Sollten die Stromimpulse in selteneren Fällen nicht zur Beendigung der Herzrhythmusstörung führen, folgt ein Elektroschock. Diesen Elektroschock registriert der Patient nur dann schreckhaft als Muskelzucken, wenn die Rhythmusstörung nicht zu Benommenheit oder vorübergehender Bewußtlosigkeit führt.

Bei primär sehr schnellem Herzrasen oder sogar dem Kammerflimmern werden von vorneherein ein bis maximal sechs Elektroschocks abgegeben. Zusätzlich zu den genannten Funktionen kann der Defibrillator bei zu langsamem Herzschlag das Herz mit elektrischen Impulsen zur Arbeit anregen. Dies geschieht durch die eingebaute Schrittmacherfunktion. Das Auftreten von Herzrhythmusstörungen an sich unterbindet der Defibrillator nicht.

Der Defibrillator selbst führt in der Regel nicht zu einer Einschränkung in Ihrem Alltag. Einschränkungen können durch Ihre Herzerkrankung bzw. Ihre Herzrhythmusstörung bedingt sein. Autofahren: Zur eigenen Sicherheit und der anderer weisen wir darauf hin, dass aufgrund der Herzrhythmusstörungen in den ersten sechs Monaten nach der Implantation des ICD kein Fahrzeug geführt werden darf. Nach Ablauf dieser Zeit kann dieses Fahrverbot je nach Verlauf gelockert oder sogar aufgehoben werden.

In Einzelfällen besteht auch schon nach der Entlassung aus dem Krankenhaus kein Einwand gegen das Führen eines Fahrzeugs. Eine gewerbliche Führung von Kraftfahrzeugen (z. B. LKW) oder eine gewerbliche Personenbeförderung (z. B. Taxi, Bus) ist in jedem Falle verboten. Sollte jemals durch eine Ohnmacht infolge einer Rhythmusstörung ein Verkehrsunfall verursacht werden, kann hierdurch eine Aufhebung des Versicherungs­schutzes eintreten.

Eine Urlaubsreise, auch eine Flugreise, wird durch den ICD nicht behindert. Bei längeren Reisen besteht die Möglichkeit, eine entsprechend spezialisierte Klinik in der Nähe des Urlaubsortes zu benennen, um im Notfall die Patienten und Ihr Gerät zu betreuen. Sollten Sie die Benutzung eines Handys erwägen, bitten wir Sie, dies vorher mit uns zu besprechen, damit ggf. eine Prüfung der Sicherheit durchgeführt werden kann. Schnurlose Telefone führen zu keiner Störung oder Funktionseinbuße des ICD.

Der implantierbare Defibrillator wird Ihnen zur Behandlung lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen implantiert. Diese Therapie kann unter bestimmten Umständen durch einen Elektroschock geschehen. Nach einer evtl. Therapie sollte es den Patienten innerhalb weniger Minuten wieder gut gehen. Ist dies nicht der Fall oder gibt das Gerät mehrere Schocks innerhalb einiger Minuten ab, sollten Sie bzw. Ihre Angehörigen sofort den Notarzt rufen bzw. das nächste Krankenhaus aufsuchen.