Schilddrüsenerkrankungen

 

Die Schilddrüse ist ein kleines schmetterlingsförmiges Organ. Sie liegt im Hals wie ein Schild vor der Luftröhre. Die gesunde Schilddrüse wiegt beim erwachsenen Menschen zwischen 18g (Frauen) und 25g (Männer) und kann von außen normalerweise weder erkannt noch ertastet werden.

 

Die Schilddrüse produziert zwei chemische Substanzen, sogenannte Hormone: das T3 (Trijodthyronin) und das T4 ( L-Thyroxin).

Beide Hormone werden von der Schilddrüse direkt in den Blutkreislauf abgegeben und steuern folgende Stoffwechselvorgänge unseres Körpers:

  • den Eiweiß-, Fett- und Kohlehydratstoffwechsel (z. B. Gewichtszu- oder -abnahme)
  • den Energiehaushalt (z. B. Energiegewinnung und -umwandlung aus der Nahrung)
  • den Muskelstoffwechsel (z. B. körperliche Leistungsfähigkeit)
  • die Temperaturregulation (z. B. Frieren oder Schwitzen)
  • den Mineralhaushalt (z. B. Wassereinlagerung im Gewebe)
  • die geistige Leistungsfähigkeit (z. B. Konzentration- und Merkfähigkeit)
  • die Funktion anderer Körperdrüsen (z. B. der Keimdrüsen)
  • das vegetative Befinden (z. B. Nervosität, Niedergeschlagenheit, Erregung, usw.)


Damit dies alles reibungslos funktioniert, müssen die Schilddrüsenhormone T3 und T4 immer in ausreichender Menge den entsprechenden Organen nach ihrem Bedarf zur Verfügung stehen. Sinkt die Menge der Hormone im Blut ab, so registriert das Gehirn diese Veränderung und veranlasst die Schilddrüse zur vermehrten Produktion von Schilddrüsenhormonen.

 

Der Kropf (die Struma)

Die Schilddrüse benötigt als Rohstoff für die Produktion ihrer Hormone T3 und T4 Jod. Die Schilddrüse hält deshalb immer einen bestimmten Vorrat an Jod auf Lager, das natürlich immer wieder aufgefüllt werden muss. Unser Körper erhält sein notwendiges Jod über die tägliche Nahrung. Der tägliche Jodbedarf für Erwachsene liegt zwischen 150 und 300 μg

(1 μg = 1 Millionstel Gramm).

Wird nicht genügend Jod mit der Nahrung zugeführt, vergrößert sich die Schilddrüse, diese Vergrößerung macht sich als Kropf (medizinisch Struma) bemerkbar.

Weitere, seltenere Ursachen für eine Schilddrüsenvergrößerung können sein:

  • Schilddrüsenentzündungen
  • gutartige Schilddrüsentumore (sog. autonome Adenome)
  • bösartige Schilddrüsentumore


Beschwerden können entstehen, wenn es durch die Vergrößerung der Schilddrüse zu mechanischen Störungen im Halsbereich kommt (z. B. Einengung der Luftröhre oder Speiseröhre). Ferner können Funktionsstörungen entstehen; dazu zählen die Über- bzw. Unterfunktion.

 

 

Die Schilddrüsenüberfunktion

 

Bei der Schilddrüsenüberfunktion werden zuviel Schilddrüsenhormone hergestellt. Die Ursachen können unterschiedlich sein, z. B.:

 

  • Autoimmunkrankheit (d. h. es entsteht eine Substanz im Körper, welche die Schilddrüse zur permanenten Produktion von Hormonen anregt)
  • Gutartige Schilddrüsentumore (sog. autonome Adenome)(darunter versteht man Schilddrüsenzellen, die unabhängig vom Hormonbedarf des Körpers zuviel Schilddrüsenhormone herstellen)
  • zu viel Einnahme von Schilddrüsenhormontabletten


Zu den Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion zählen:

vermehrte Nervosität, Schlaflosigkeit, Herzrasen, Gewichtsabnahme trotz Heißhungers, Frieren, Durchfall, warme feuchte Haut.


Zur Behandlung:

Das Instrumentarium besteht aus Medikamenten, die die Schilddrüsenfunktion blockieren können, operativen Verfahren zur Verkleinerung oder Entfernung der Schilddrüse (mit anschliessenden Ersatzbedarf der Hormone), oder auch Bestrahlungsverfahren zur Ausschaltung des zuviel produzierenden Gewebes. Die zutreffende Auswahl des Verfahrens setzt eine ausreichende Voruntersuchung und zumeist die Beurteilung durch Fachärzte voraus.

 

 

Die Schilddrüsenunterfunktion

 

Bei der Schilddrüsenunterfunktion werden zu wenig Schilddrüsenhormone hergestellt. Ursache kann eine Schilddrüsenentzündung sein, die zum Teil chronisch verläuft und zu einer fortschreitenden Zerstörung der Schilddrüse führen kann, woraus eine Schild­drüsenunterfunktion resultiert.

 

Ferner kann eine Schilddrüsenunterfunktion auch nach Schilddrüsenoperation entste­hen, wenn die Schilddrüse wegen z. B. Vorliegen eines Kropfes oder bösartigen Tumors entfernt werden musste.

Zu den Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion zählen: trockene Haut, Müdigkeit, Leistungsminderung, Kälteempfindlichkeit, Zunahme des Körpergewichts, Verstopfung, heisere und raue Stimme, Neigung zu Depressionen.


Zur Behandlung:

Hier sind in aller Regel Medikamente angezeigt, mit denen ein genau angepasster Ersatz der nicht ausreichenden körpereigenen Menge Schilddrüsenhormone möglich ist.