Vorhofflimmern

 

Altersabhängig gehört Vorhofflimmern zu den häufigsten Herz-Rhythmusstörungen. Das Herz wird nicht mehr durch den "normalen" Schrittmacher, den Sinusknoten, erregt, sondern es laufen ununterbrochen kleine und große, völlig ungeordnete elektrische Erregungen über die Vorhöfe des Herzens.

 

Da diese sich darunter nicht mehr geordnet zusammenziehen und entspannen, können sich leicht Gerinnsel, sog."Vorhofthromben" bilden. Vor allem, wenn zwischenzeitlich wieder der Sinusknoten das Kommando übernimmt, kann es zu einem Ausschwemmen des Thrombus in den Kreislauf, und damit vor allem in Gehirngefäße kommen. Dieses ist der Grund, warum Menschen mit Vorhofflimmern ein 17fach erhöhtes Schlaganfall-Risiko aufweisen.


Zur Behandlung:

Mit Vorhofflimmern kann man jahrzehntelang gut leben - man muss nur für eine ordentliche Vorbeugung gegen Thromben sorgen, durch Acetylsalicylsäure (Aspirin-Präparate), oder noch wirksamer durch sog. Cumarine (Falithrom oder Marcumar, sog. Antikoagulation). Zwar sind unter diesen Medikamenten Hirnblutungen in bis zu 0,5 % pro Jahr aufgetreten, andererseits senkt diese sog. Antikoagulation das Schlaganfall-Risiko um über zwei Drittel. Ältere Menschen sollten eher Cumarine einnehmen.

Die Ärzte treffen bei Vorhofflimmern die Entscheidung, ob versucht werden kann und soll, den normalen Sinusrhythmus (mittels Medikamenten und evtl. zusätzlich durch einen Stromstoß) wieder herzustellen - sog. Kardioversion -, oder ob das Vorhofflimmern durch Digitalis stabilisiert werden soll, und nur dafür gesorgt werden soll, dass das Herz nicht zu schnell oder zu langsam schlägt. In jedem Fall ist wegen des hohen Schlaganfall-Risikos die wichtigste Behandlung die Antikoagulation.