Zuviele Medikamente?

 

Die Anzahl der verordneten Medikamente ist nicht immer Ausdruck der Schwere einer Krankheit, so besteht z. B. die sogenannte Sekundärprophylaxe nach einem Herzinfarkt aus vier verschiedenen Substanzen:

 

Aspirin (senkt Risiko für neuen Herzinfarkt), ACE-Hemmer (verringern Umbauvorgänge, entlasten den Herzmuskel), ß-Blocker (verringern gefährliche Herzrhythmusstörungen), Fettsenker (senken Risiko für neuen Herzinfarkt). Diese Medikamente werden zur Verringerung von Spätkomplikationen einer Krankheit einge­setzt.

Andererseits lassen sich einige Krankheiten häufig nur durch eine Kombination aus verschie­denen Medikamenten vernünftig behandeln:

  • z. B. Bluthochdruck: ACE-Hemmer, Wassertablette, ß-Blocker, Kalziumantagonist, α-Blocker
  • z. B. chronische Bronchitis: Sprays, Theophyllin, Cortison, Inhalationen.

 

Bei vielen Medikamenten ist die Wirksamkeit nicht sicher nachgewiesen: z. B. Husten- und Schleimlöser, Medikamente zur Förderung der Hirnleistung, sog. durchblutungsfördernde Mittel, Venenmittel, Vitamine (über die mit einer ausgewogenen Nahrung zugeführte reguläre Tagesdosis hinaus). Erstaunlicherweise nehmen gerade diese Medikamente immer noch obere Plätze auf den Listen der meistverkauften Arzneimittel ein.